Im Jahr 1990 erwarb die Familie Čapek den Stöckermühle , und zwei Jahre später, im Jahr 1992, wurden Pferde zum Štekrův Mlýn gebracht. Hier werden tschechische Warmblutpferde Equus Kinský gezüchtet, die Frau Miroslava Čapková im Rahmen der Restitution nach ihrem Vater, Herrn Josef Frynta, erhielt. Diese Zucht gründete Josef Frynta 1945 an seinem Heimatort in Rusek bei Hradec Králové. Zu den Gründertieren der Zucht wurden die Stute Lucka aus der eigenen Zucht von J. Frynta nach dem Hannoveraner Hengst 350 Šach mat sowie der Fuchshengst Cesar, den J. Frynta aus der Zucht des Grafen Kinský aus Chlumec nad Cidlinou kaufte. Damit wurde er zum einzigen Fortführer der C‑Linie Equus Kinský in unserem Staat. J. Frynta entwickelte diese Zucht erfolgreich bis 1959 weiter. Danach fiel die gesamte Zucht dem Staat zu und wurde in das Gestüt Třebeš bei Hradec Králové überführt. 1963 wurden die Pferde in das Staatsgut Svobodné Dvory verlegt. Damals wurden mehrere Hengste in die staatliche Zucht aufgenommen, und ihre Nachkommen wirken bis heute auf unseren Deckstationen. Dank dieser Hengste entstanden auch weitere Linien der Zucht von Equus‑Kinský‑Pferden.

Heute widmet sich die Familie Čapek in Štekrov Mlýn dem Reitsport und der Pferdezucht. In ihrem Ausbildungsstall entstehen neue Dressur‑, aber auch Springhoffnungen. Das Areal hat sich nach vielen Umbauten zu einem modernen Ausbildungszentrum mit Dressurviereck und Longierzirkel entwickelt. Es herrscht hier weiterhin eine freundliche familiäre Atmosphäre, und die Gäste können nicht nur das Freizeitreiten nutzen, sondern sich auch in einem traditionellen Restaurant erfrischen. Wer seinen Urlaub in Westböhmen verbringen und die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung bewundern möchte, kann die Unterkunft in der Pension nutzen, die Teil des Štekrov Mlýn ist.

Aus der Geschichte der Stöckermühle bei Franzensbad von Alois John
(1927, Egerländer Mühlenheft)

Die Stöckermühle gehören zu den beliebtesten Ausflugszielen in der näheren Umgebung von Franzensbad. Kurgäste besuchen sie gern, besonders an heißen Juli‑ und Augusttagen. Neben beliebten Getränken bekommt man dort Kaffee, Milch, Schokolade, ausgezeichnetes Brot mit Butter, von Zeit zu Zeit Forelle oder Fisch. Ein nahegelegener, dicht von Erlen umgebener Teich lädt zu einer Bootsfahrt ein, und das etwas höher gelegene Waldtal Leithental gehört mit seiner unberührten Stille und stillen Romantik zu den Naturerlebnissen, die immer seltener werden.

Der Leithentaler Bach, der unterhalb von Hazlov entspringt, eilt an Růžová


 Mýtiny mit der Mühle vorbei und fließt durch ein saftig grünes Tal, um dann unter dem Namen Kachní potok in den Teich Sirmitzovych zu münden. An diesem Bach liegen die Štekrover Mühlen, die zum nahegelegenen Dorf Horní Lomany gehören – die obere und die untere Štekrův‑Mühle. Auf diesem stillen Grundstück dreht sich jedoch schon lange kein Mühlrad mehr, und eigentlich erinnert nichts mehr daran, dass hier Generationen von Müllern lebten – nur die Štekrover Mühlen, denn die letzte Nachricht über dieses Geschlecht ist in Steuerbüchern und Verträgen verzeichnet. Bereits 1540 erscheint auf der oberen Mühle ein gewisser Jakob Netsch in der Rolle des Müllers.

Es folgen Hans Netsch (1550), Michl Ludwig (bis 1625), Urban Müller (ab 1625), Kaspar Döberl (1670), Georg Schöner (1700). Die Tochter Anna Schöner heiratet am 12.10.1706 Kristopher Krader (Grantha), wodurch die Mühle in den Besitz der Krader gelangt, bis der letzte von ihnen namens Vincenc Krader am 16.12.1914 stirbt. Dieses Geschlecht besaß die Mühle über 200 Jahre. Aus dieser Familie wird der Lehrer Balthasar Krader 1742 in St. Jodok bei Eger und dann 1753 in St. Anna erwähnt. Weiter ist es Niklas Krader, Tischlermeister in Franzensbad, der am 14.3.1814 von seinem Vorgänger das Haus Englischer Hof – Nr. 26 kaufte (verzeichnet im Franzensbader Grundbuch I, 335). Die Mühle wurde unter Mathes Krader („Gstöcker Matz“) nicht mehr zu ihrem ursprünglichen Zweck genutzt, und an ihrer Stelle wurde in den 1860er‑Jahren des vorigen Jahrhunderts ein Restaurant im echten Egerländer Stil eröffnet.

Es war sehr beliebt, doch nach dem Tod des letzten Mitglieds der Familie Krader ging es in andere Hände über und existiert nicht mehr.

Zu seiner Mühle gehören 17 Joch und 33 Quadratmeter Wald, ferner ein Teich, an dem sich die Kurgäste gern mit Fischen vergnügen. Es werden Kaffee, Rahm und Milch serviert.

Auch die untere Mühle, die zur Burg‑Grafschaft Eger gehörte, erreicht ein hohes Alter. In den Steuerbüchern erscheinen die Besitzer: Hans Wursche (1545), Erhart Stöcker (1573 – daher könnte der Name Štekrover Mühlen stammen), Kaspar Plank (1600), Andreas Mähner (1615), Simon Kunz (1625), Hans Ehrsamb (1633), Erhart Nötsch (1650), Georg Nötsch (1670), Adam Werner (bis 1689), Martin Höllering, Friedrich und Andreas Zimmermann (bis 1746). Dann folgen weitere Zimmermann bis zu Bartl Zimmermann (Gstöcker Bartl), der am 22.8.1909 starb. Ab 1882 übernahm das Eigentum sein Neffe Johann Biedermann aus Ottengrün.

Die Anfänge der Entwicklung zu einem Ausflugsziel für Franzensbader Kurgäste sind also schon recht alt. Die Stadt Franzensbad tat ebenfalls, was in ihren Kräften stand, um die Wege in Ordnung zu halten, Sitzbänke aufzustellen usw. Ältere „Führer durch Franzensbad“ von F. A. Reusch (1794) und Hofer (1799) erwähnen die Štekrover Mühlen noch nicht als Ausflugsziel.

Erst Asann erwähnt in seinem Werk „Mineralwässer in Franzensbad bei Eger“ (Berlin 1822) auf S. 24 „Gestöckig“ und findet dort ein „liebliches schattiges Tal und freundliche Bewirtung“. Auch Dr. Conrath („Über neue Kureinrichtungen in Franzensbad“, Prag 1830, S. 79) und Dr. F. X. Lautner („Die Bäder des Kaisers Franz und ihre Heilquellen“, Eger 1814, S. 241), der angenehme Fußwege, ein freundliches Tal, einen reizvollen Ruheplatz im erfrischenden Schatten grünender Bäume hervorhebt.

Die Mühle und das alte Wohngebäude brannten am 30.10.1888 ab, und die Mühle war seitdem verlassen. In den 1860er‑Jahren war die untere Mühle Treffpunkt der Freunde des Egerländer Liedes. Professor Adam Wolf erwähnt im Vorwort zu den Büchern „Volkslieder des Egerlandes“ und „Aus dem Tagebuch eines Kurgastes“, dass Freunde des Volksgesangs hier 1865 und 1866 angenehme Abende verbrachten. Es wurde zu Dudelsackklängen gesungen. Auch Kurgäste kamen zahlreich und zeichneten schöne Baumgruppen, die sich zusammen mit den Gebäuden im Teich spiegelten.

Ein Egerländer Trachtenfest bei den Štekrover Mühlen (siehe „Unser Egerland“, XXXIV 1921, S. 55) könnte als schöne Erneuerung einer alten Egerländer Tradition gelten. Der Erste, der die stillen Waldgrundstücke dort oben über den Štekrover Mühlen als geeignetes Ausflugs‑ und Erholungsziel für Kurgäste erkannte, war der Franzensbader Spenglermeister Emanuel Hönnt, der in seinem Gesuch vom 30.7.1829 „zum Zwecke der Unterhaltung der Kurgäste“ beabsichtigte, eine sogenannte Schweizerhütte zu errichten, falls ihm die Stadt einen Nachlass auf Holz aus dem nahegelegenen Himmelreich‑Wald gewähren und den Bau eines ähnlichen Platzes im Umkreis einer Viertelstunde Fußweg von der Stadt untersagen würde. Das Kreisamt genehmigte das Projekt ebenso wie die Einrichtung eines Billards, wollte nur, dass der Weg zu den Štekrover Mühlen mit Bäumen bepflanzt werde. Die Stadt stellte sich jedoch völlig ablehnend dazu. Schließlich zog Hönnl sein Gesuch freiwillig zurück (Stadtarchiv Franzensbad, Band 5a). Das Leithental mit den Štekrover Mühlen ist noch heute ein beliebtes Ausflugsziel.

Während der Schneeschmelze im Frühjahr tritt der Bach nicht selten über seine Ufer, das Rauschen seiner Überschwemmungen trägt weit. Alle Wiesen und auch beide Mühlen sind oft überflutet. Im Sommer wimmeln die Wälder von denen, die baden wollen – seien es Kinder und Erwachsene, die Heidelbeeren sammeln, oder Frauen, die trockenes Reisig sammeln. Am Ende befindet sich ein Basaltsteinbruch, der der Stadt Franzensbad gehört. Seit 1865/66 zieht sich in unzähligen Windungen an den Mühlen vorbei bis zur Grenze die sächsisch‑bayerische Eisenbahn. Die Haltestelle, die 1883 bei der oberen Mühle eingerichtet wurde, wurde leider nach dem Weltkrieg aufgehoben. Heute erinnert nichts mehr daran, dass hier einst die Mühlen klapperten.

Auch die Geschichte ging an diesen stillen Grundstücken vorbei, und fast nichts historisch Interessantes ereignete sich hier. Nur einmal – am 9.5.1838 – führte eine Gerichtskommission im oberen Mühlhaus beim Müller Georg Adam Krader eine Hausdurchsuchung durch. Man war Schatzsuchern auf der Spur, die in der Umgebung von Franzensbad in einer etwa eine Stunde entfernten Mühle graben wollten. Dabei benutzten sie diese Bücher: „6. und 7. Buch Mose, Kaballa und den rechten Weg zum Guten und Bösen“. Diese Bücher mussten, wie die Anzeige lautete, zuvor beschlagnahmt werden. Zunächst wurde beim Müller Andreqse Schuh in der Auschlmühle bei Voitersreuth Nr. 30 eine Hausdurchsuchung durchgeführt – ohne Erfolg. Der Müller erklärte, sein Vorgänger Christ Heinrich, von dem er die Mühle 1835 gekauft hatte, müsse in der Mühle in Kruhsreuth gewesen sein, und tatsächlich wurde dort ein hebräisches Buch gefunden.

Der Müller erklärte, er habe es vom Pastor Martia in Schönberg erhalten, habe aber auch gehört, dass sich vor vier Jahren in beiden Štekrover Mühlen eine Gesellschaft getroffen habe und dass die gesuchten Bücher dort sein könnten, sofern sie inzwischen nicht gestohlen worden seien. So kam es, dass am 9.5.1838 in beiden Mühlen nach den Büchern der Schatzsucher gesucht wurde – ebenfalls ohne Erfolg. Das einzige erhaltene Protokoll über die Vernehmung des Müllers Krader in der oberen Mühle ist der letzte Rest, ein Nachhall des Glaubens, der sich durch das ganze Mittelalter zog – des Glaubens an die besondere Stellung des Müllers und der Mühle.